Bürgerliche Islamkritik in Deutschland – Grundlegung eines Forschungsprogramms

22. November 2010 1

Dieser Essay soll zu einer differenzierten und wissenschaftlichen Betrachtung der islamkritischen Szene in Deutschland anregen. Mehr noch, er soll die Grundlegung für ein Forschungsprogramm zu zivilgesellschaftlichen Akteuren im Diskursfeld Islam darstellen. Denn während mittlerweile unzählige Bücher und Studien zum Islam selbst und zur (oft gescheiterten) Integration der Muslime vorliegen und sich ein (pseudo)wissenschaftlicher Zweig der Soziologie und Psychologie als Islamophobie-Forschung versucht zu etablieren, gibt es kaum differenzierende Betrachtungen der deutschen Islamkritiker. Die hier gewählte diskursanalytische Perspektive auf die Bürgerliche Islamkritik soll genau diese Lücke schließen. Sie führt nach Darlegung des Forschungsvorhabens und Forschungsstandes zu vier zentralen Thesen. Diese müssen freilich noch in empirischer Arbeit bestätigt oder abgelehnt werden.

1. Ausgangslage

Anfang Januar 2010 löste der Antisemitismusforscher Wolfgang Benz mit einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung unter dem Titel „Antisemiten und Islamfeinde – Hetzer mit Parallelen“ eine Debatte aus, die sich wochenlang in den deutschsprachigen Feuilletons fortspann. Benz griff in dem Artikel seine bekannte 1 These auf, dass das Feindbild Islam dem Feindbild Jude gleiche. Diskussionen über das Kopftuch oder den Bau von Moscheen und Minaretten seien letztlich exemplarisch für die vor allem in Internetforen vorgetragene Menschenfeindlichkeit und „Kampfansage gegen Toleranz und Demokratie.“ 2 In der folgenden Debatte über das Islambild der Deutschen richteten sich die Vorwürfe vorwiegend gegen Foren und Webseiten wie Politically Incorrect (PI-News) und andere virtuelle Teilöffentlichkeiten.

Dass über den Islam gestritten wird, ist keineswegs neu. Normalerweise entzündet sich der Streit allerdings an Ereignissen wie der Ermordung des niederländischen Filmemachers Theo van Gogh, der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen durch die dänische Tageszeitung Jyllands-Posten oder zuletzt dem Schweizer Volksentscheid über ein Bauverbot für Minarette. Dieses Mal diente lediglich ein Zeitungsartikel 3 als Aufhänger, außerdem fand die Debatte sofort auf einer Art Metaebene statt. Es wurde nicht erster Linie über den Islam diskutiert, sondern darüber, wie über den Islam gesprochen werden sollte. Eine Differenzierung zwischen Islamkritik, Islamfeindschaft und Islamophobie bzw. zwischen argumentierenden, populistischen und rassistischen Personen vermisste man dabei durchgängig. 4 Stattdessen wurde auf Phänomene des rechten Randes reduziert, indem Webseiten wie PI und ihre Betreiber sowie Kommentatoren als repräsentativ für die deutsche Islamkritik bezeichnet wurden.

Offensichtlich ist aber zunächst nur, dass es in Deutschland Teile der Bevölkerung gibt, die dem Islam bzw. den Muslimen kritisch bis feindlich gegenüberstehen. 5 Dieser Bevölkerungsanteil ist so groß, dass das Thema nicht nur in den überregionalen Feuilletons ausführliche Beachtung findet, sondern weite Teile der öffentlichen Diskussion erfasst hat. Außerdem ist ersichtlich, dass es sich bei den angesprochenen Islamkritikern nicht um etablierte Institutionen der Kommunikation über den Islam wie (universitäre) Wissenschaft, Kirchen, Politik oder Medien handelt, sondern vorwiegend um zivilgesellschaftliche Personen oder Gruppen.

2. Fragestellung, Erkenntnisinteresse und Dringlichkeit

2.1. Fragestellung

Die entscheidenden Fragen sind also: Wer sind diese deutschen 6 zivilgesellschaftlichen bzw. bürgerlichen Islamkritiker? Wie sind sie organisiert? Wie argumentieren sie? Verstehen sie sich als Korrektur zur medialen Öffentlichkeit oder eher als Input-Geber ins administrative politische System? Wie gestalten sich Eigen- und Fremdbilder? Handelt es sich vorwiegend um neue Formen alter Ressentiments oder sogar um eine neue gesellschaftliche Konfliktlinie? Welche politischen Potenziale bergen sie?

Aus diesen zahlreichen Fragen ergeben sich drei Kernfragen bzw. Untersuchungs-Dimensionen:

  1. Selbstbeschreibung/Ziele: Welche Funktion schreiben sich die Akteure der Bürgerlichen Islamkritik selbst im Diskursfeld Islam zu? 7
  2. Werte/Inhalte: Welche ideologischen Haltungen und Weltbilder finden sich in der Bürgerlichen Islamkritik?
  3. Anhänger/Organisationsgrad: Welches (partei-)politische Mobilisierungspotenzial weist die Bürgerliche Islamkritik auf?

2.2. Erkenntnisinteresse und Dringlichkeit

Die Beantwortung dieser Fragen erscheint umso dringlicher, je deutlicher wird, wie Organisationen und vor allem Parteien des rechten Randes das Thema Islam und Integration von Muslimen nutzen, um Mitglieder bzw. Stimmen einzuwerben. So hat die PRO-Bewegung in Köln und NRW erst durch den Streit um den Bau einer Moschee im Kölner Stadtteil Ehrenfeld die mediale Präsenz erreicht, die ihr bundesweit Beachtung einbrachte (vgl. Häusler 2008). Auch der Blick auf das europäische Ausland zeigt mit Pim Fortuyn in den Niederlanden und Jörg Haider in Österreich, wie Rechtspopulisten das Thema Islam für sich zu instrumentalisieren wissen oder es zumindest so auf ihre politische Agenda zu schreiben verstehen, dass sie diesbezüglich als Akteure mit Problemlösefähigkeit identifiziert werden. 8 Wie Alice Schwarzer kürzlich bemerkte, schlägt, „[s]olange wir nicht über das Unbehagen offen reden, […] die Stunde der Populisten.“ 9 Und der amerikanische Journalist Christopher Caldwell wies anlässlich des großen Unterschieds zwischen den Umfragen und dem eigentlichen Abstimmungsergebnis des Schweizer Volksentscheids über ein Minarett-Bauverbot auf die Gefahr einer öffentlichen und einer davon divergierenden, nicht-öffentlichen Islamdiskussion hin. 10 Es gilt also, die in der Zivilgesellschaft vorliegende Stimmung samt ihrer organisatorischen Ausformungen offenzulegen und zunächst neutral zu betrachten, ohne Anhänger sofort als Rassisten etc. zu bezeichnen. Denn „tatsächlich ist noch lang nicht geklärt, wo die Grenze zwischen legitimer Kritik am Islam […] und offener Feindseligkeit gegenüber dem Islam verläuft.“ 11

3. Theoretischer Kontext und Definitionen

3.1. Wissenssoziologische Diskursanalyse

Als struktureller Rahmen für die geplante Untersuchung bietet sich eine diskursanalytische Auffassung der Debatten über den Islam in Deutschland aus mehreren Gründen an. So erscheint es gerade aus sozialwissenschaftlicher Sicht angebracht, „ein gesellschaftliches Problem nicht mehr als gegeben vorauszusetzen […], sondern die Wahrnehmung der Beteiligten und ihre Kausalannahmen bei der Konstruktion und politischen Bearbeitung des Problems zu erfassen.“ 12 Dafür werden in der Diskursanalyse vorwiegend sprachliche Äußerungen der Beteiligten untersucht, da Sprache infolge des sogenannten „linguistic turn“ in der Philosophie und anderen Wissenschaften nicht mehr nur als Spiegel der Wirklichkeit verstanden wird, sondern eben diese Wirklichkeit mit beeinflusst. 13 Der hier gewählte Ansatz der wissenssoziologischen Diskursanalyse nach Keller versteht Wissen als „gesellschaftlich hergestellte symbolische Systeme oder Ordnungen, die in und durch Diskurse produziert werden.“ 14 Dadurch können Phänomene, wie die Zunahme islamkritischer Haltungen in der deutschen Bevölkerung, nicht mehr nur durch Ereignisse wie islamistische Attentate, sondern auch durch die Islam-Diskurse, etwa in den Medien, selbst erklärt werden. Diskurse sind also immer nur in ihrem zeitlichen Kontext verständlich und die Aufgabe der wissenssoziologischen Diskursanalyse ist es, eben diese „gesellschaftlichen Praktiken und Prozesse der kommunikativen Konstruktion“ 15 offenzulegen. Dabei sind aus sozialwissenschaftlicher Sicht die institutionellen Bereiche diskursiver Tätigkeit wie Politik, Medien etc. von besonderem Interesse. Deswegen werden neben den Aussagen (in Texten) auch die Aussagepraktiken selbst beobachtet. Im Gegensatz zu Foucault sind in der wissenssoziologischen Diskursanalyse die Diskurse nicht unabhängig von den Akteuren, den „individuellen oder kollektiven Produzenten der Aussagen“ 16 zu betrachten. 17

Ferner wird durch die diskursanalytische Perspektive eine Beobachtung der Prozesse möglich, ohne dabei Inhalte als richtig oder falsch einstufen zu müssen, was den Blickwinkel sehr verengen kann, wie man an den bisherigen Forschungen zur Bürgerlichen Islamkritik sehen kann: „Diskursforschung […] produziert nicht Wahrheit, sondern Aussageereignisse, die selbst Teil eines (hier sozialwissenschaftlichen) Diskurses sind. Als wissenschaftlicher Diskurs über Diskurse unterliegt sie ihrerseits sozialen Strukturierungsprozessen, d. h. spezifisch situierten Möglichkeiten und Zwängen der Aussageproduktion – etwa im Hinblick auf die Transparenz methodischer Schritte – die dann zum Gegenstand weiterer Beobachtung gemacht werden können.“ 18

3.2. Diskursfeld Islam

Halm 19 hat für die Analyse der Islamdebatten das Untersuchungskonstrukt Diskursfeld Islam beschrieben, ein Begriff, der ursprünglich von Schiffauer (1998) vorgeschlagen wurde: 20 „Den Islam als Diskursfeld zu begreifen heißt also, sich all dieser Wertungen [d. h. zu Islamophobie o. Islamismus, d. A.] zu enthalten und Aussagen über das Wesen des Islam als rhetorische Strategien zu begreifen, mit denen Akteure innerhalb eines Diskursfelds versuchen, Punkte gegen andere Akteure zu sammeln.“ 21 Für die geplante Arbeit wird also im Sinne von Keller vom Diskursfeld Islam gesprochen, um alle Diskurse verschiedener Akteure mit Sprecherfunktionen bezüglich des Islams zu beschreiben. Ein Diskurs wiederum ist eine „abgrenzbare Aussagepraxis bzw. die Gesamtheit von Aussageereignissen, die im Hinblick auf institutionell stabilisierte gemeinsame Strukturmuster, Praktiken, Regeln und Ressourcen der Bedeutungserzeugung untersucht“ 22 wird.

Das Diskursfeld Islam ist dabei laut Schiffauer grundsätzlich offen, jeder, der etwas zum Islam sagt, muss als Akteur ernst genommen werden. 23 Halms Diskursfeld Islam enthält jedoch nur drei untersuchte Akteursgruppen (Politik/Administration, Kirchen und Muslimische Verbände), auch wenn sich Hinweise finden, dass weitere Akteursgruppen eine Rolle spielen könnten oder zukünftig werden. 24 Deshalb wird das Untersuchungskonstrukt Diskursfeld Islam hier erweitert, um alle wahrnehmbaren Akteure und Diskurse verorten zu können (siehe Abbildung 1).

Öffentlich wirksame Debatten über den Islam kann man in Deutschland nicht erst nach dem 11. September 2001 beobachten, sondern mindestens seit der Iranischen Revolution 1979. 25 Es ist aber davon auszugehen, dass einige Akteure erst später mit stabilisierten Islamdiskursen im Diskursfeld sichtbar werden, insbesondere Akteure der Bürgerlichen Islamkritik. Dies dürfte einerseits durch Einzelereignisse wie den 11. September 2001 ausgelöst werden, 26 aber auch durch zunehmende Wahrnehmung des Islams im persönlichen Umfeld und in den Medien. 27


Abbildung 1: Diskursfeld Islam, eigene Darstellung: Die grau hinterlegten Akteursgruppen/Diskurse sind Akteure mit muslimischem bzw. Migrations-Hintergrund, die anderen sind Teil der Aufnahmegesellschaft (mit Ausnahme der Ex-Muslime und anderer ehemaliger Muslime, die nun den Islam kritisieren und deswegen der Bürgerlichen Islamkritik oder anderen Akteuren zugeordnet werden). Die Akteursgruppe Antisemitismusforschung (mit gestrichelter Linie) wird zunächst nur unter Vorbehalt gesondert aufgeführt, da mit diesem Spezialdiskurs sowohl Einfluss direkt im Diskursfeld Islam als auch auf einer Metaebene auf die anderen Diskurse über den Islam erstrebt wird. Diese Metaebene muss gesondert untersucht werden. Wechselwirkungen bzw. Bezugnahmen zwischen den verschiedenen Akteursgruppen/Diskursen sind nicht aufgeführt, da sie erst in der Diskursanalyse herausgearbeitet werden müssen.

Lesen Sie im zweiten Teil den Forschungsstand und die Thesen zur Bürgerlichen Islamkritik…

Notes:

  1. siehe vor allem Benz, Wolfgang (Hg.) (2009): Islamfeindschaft und ihr Kontext. Dokumentation der Konferenz „Feindbild Muslim – Feindbild Jude“. Berlin: Metropol.
  2. Benz, Wolfgang (2010): Antisemiten und Islamfeinde. Hetzer mit Parallelen. In: sueddeutsche.de, erschienen am 04.01.2010. Online verfügbar unter http://www.sueddeutsche.de/politik/837/499119/text/, zuletzt geprüft am 04.02.2010.
  3. Benz erhielt allerdings schon 2008 erhebliches publizistisches Echo, als er an dem von ihm geleiteten Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU Berlin eine Tagung zum Vergleich zwischen Islamfeindschaft und Antisemitismus abhielt (Benz 2009: 7).
  4. Benz (2010) spricht von Islamkritikern und schreibt ihnen Hetzerei zu, Benz (2009) handelt hingegen von Islamfeindschaft, meint aber Islamkritik mit, mit gleicher Argumentation auch Sokolowsky (2009). Zur Kritik siehe Struening (2010).
  5. vgl. Bielefeldt, Heiner (2009): Das Islambild in Deutschland. Zum öffentlichen Umgang mit der Angst vor dem Islam. In: Schneiders, Thorsten Gerald (Hg.): Islamfeindlichkeit. Wenn die Grenzen der Kritik verschwimmen. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 167–200, Leibold, Jürgen (2009): Fremdenfeindlichkeit und Islamophobie. Fakten zum gegenwärtigen Verhältnis genereller und spezifischer Vorurteile. In: Schneiders, Thorsten Gerald (Hg.): Islamfeindlichkeit. Wenn die Grenzen der Kritik verschwimmen. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 145–154, Leibold, Jürgen; Kühnel, Steffen (2003): Islamphobie. Sensible Aufmerksamkeit für spannungsreiche Anzeichen. In: Heitmeyer, Wilhelm (Hg.): Deutsche Zustände. Folge 2. 1. Aufl. Frankfurt am Main: Suhrkamp, S. 100–119, Leibold, Jürgen; Kühnel, Steffen (2006): Islamophobie. Differenzierung tut not. In: Heitmeyer, Wilhelm (Hg.): Deutsche Zustände. Folge 4. 1. Aufl. Frankfurt am Main: Suhrkamp, S. 135–155, Leibold, Jürgen; Kühnel, Steffen (2008): Islamophobie oder Kritik am Islam. In: Heitmeyer, Wilhelm (Hg.): Deutsche Zustände. Folge 6. 1. Aufl. Frankfurt am Main: Suhrkamp, S. 95–115, Noelle, Elisabeth; Petersen, Thomas (2006): Eine fremde, bedrohliche Welt. Allensbach-Analyse. In: FAZ.net, erschienen am 17.05.2006. Online verfügbar unter http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E2D1CB6E9AA1045B291A1FC21272D467D~ATpl~Ecommon~Scontent.html, zuletzt geprüft am 16.03.2010.
  6. Auch wenn z. B. in Österreich eine ähnlich hohe Ablehnung des Islams in der Bevölkerung vorliegt wie in Deutschland (vgl. IMAS International (2010): Der Islam in den Augen der Bevölkerung. Report Nr. 6. IMAS International. Linz. Online verfügbar unter http://www.imas.at/content/download/563/2241/version/1/file/06-2010.pdf, zuletzt geprüft am 08.04.2010), wird aufgrund angenommener länderspezifischer Unterschiede hier explizit die Situation in Deutschland betrachtet.
  7. Es wird davon ausgegangen, dass sich so auch auf Gründe für das Entstehen der Bürgerlichen Islamkritik schließen lässt, wenngleich jetzige Positionen natürlich nicht mit den ausschlaggebenden Motivationen übereinstimmen müssen.
  8. Im Vergleich dazu über die (Aus-)Nutzung zivilgesellschaftlicher Strukturen durch die NSDAP im Dritten Reich bzw. durch islamische Organisationen in Ägypten etc. heutzutage vgl. Berman, Sheri (2006): Gesellschaft, Konflikt und Zivilgesellschaft. In: Mittelweg 36, Jg. 15, H. 1, S. 33–48; in diesem Zusammenhang zur normativen Begriffsverwendung der Zivilgesellschaft vgl. Bauerkämper, Arnd; Gosewinkel, Dieter; Reichardt, Sven (2006): Paradox oder Perversion. Zum historischen Verhältnis von Zivilgesellschaft und Gewalt. In: Mittelweg 36, Jg. 15, H. 1, S. 22–32.
  9. Schwarzer, Alice (2009): Solange wir nicht über das Unbehagen offen reden, schlägt die Stunde der Populisten. Alice Schwarzer über das Schweizer Minarett-Verbot. In: Emma, erschienen am 07.12.2009. Online verfügbar unter http://www.emma.de/minarett_verbot_schweiz_2009_12_07.html, zuletzt geprüft am 24.02.2010.
  10. Caldwell, Christopher (2009): Debatte über Minarett-Verbot. „Der Islam ist in Europa wichtiger als das Christentum“. In: Spiegel Online, erschienen am 08.12.2009. Online verfügbar unter http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,665841-2,00.html, zuletzt geprüft am 24.02.2010.
  11. Seidel, Eberhard (2003): Die schwierige Balance zwischen Islamkritik und Islamphobie. In: Heitmeyer, Wilhelm (Hg.): Deutsche Zustände. Folge 2. 1. Aufl. Frankfurt am Main: Suhrkamp, S. 261–279.
  12. Nullmeier, Frank (2006): Politikwissenschaft auf dem Weg zur Diskursanalyse. In: Keller, Reiner (Hg.): Handbuch sozialwissenschaftliche Diskursanalyse. Theorien und Methoden. 2., aktualisierte und erw. Aufl. Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss. (Bd. 1), S. 290.
  13. Hajer, Maarten A. (2008): Argumentative Diskursanalyse. Auf der Suche nach Koalitionen, Praktiken und Bedeutung. In: Keller, Reiner (Hg.): Handbuch sozialwissenschaftliche Diskursanalyse. Forschungspraxis. 3., aktualisierte und erw. Aufl. Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss. (Bd. 2), S. 271–298.
  14. Keller, Reiner (2007): Diskursforschung. Eine Einführung für SozialwissenschaftlerInnen. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 57
  15. ebd.
  16. ebd.: 64
  17. Keller, Reiner (2008): Wissenssoziologische Diskursanalyse. Grundlegung eines Forschungsprogramms. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 12
  18. Keller 2007: 61, Hervorhebung im Original.
  19. Halm, Dirk (2008): Der Islam als Diskursfeld. Bilder des Islams in Deutschland. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften
  20. Schiffauer definiert das Diskursfeld Islam zwar als „eine Arena, in der zahlreiche Akteure untereinander aushandeln, was der Islam ‚ist‘.“ (Schiffauer, Werner (1998): Ausbau von Partizipationschancen islamischer Minderheiten als Weg zur Überwindung des islamischen Fundamentalismus. In: Bielefeldt, Heiner (Hg.): Politisierte Religion. Ursachen und Erscheinungsformen des modernen Fundamentalismus. Frankfurt am Main: Suhrkamp, S. 419) Er beschränkt sich jedoch in seiner Analyse auf die muslimischen Organisationen in Deutschland. Ferner bezieht sich Schiffauer auf Fischer, Michael M. J.; Abedi, Mehdi (1990): Debating Muslims. Madison: The University of Wisconsin Press, ohne jedoch genauere Bezüge zu deren Werk über innerislamische Dialoge im Iran und dem Nahen Osten offenzulegen.
  21. Schiffauer 1998: 420
  22. Keller 2007: 64
  23. Dabei finden sich allerdings sowohl Versuche der Verdrängung anderer Akteure als auch die gezielte Steuerung einzelner Diskursräume, so etwa die Bestimmung der Teilnehmer der Deutschen Islam Konferenz durch das veranstaltende Bundesministerium des Inneren, zur Kritik daran vgl. Islamische Gemeinschaft Milli Görüs (2010): Die Islamkonferenz als Instrument des hegemonialen Diskurses gegenüber Muslimen. Pressemitteilung vom 16.03.2010. Kerpen. Online verfügbar unter http://www.igmg.de/nachrichten/artikel/2010/03/16/kurzfassung-die-islamkonferenz-als-instrument-des-hegemonialen-diskurses-gegenueber-muslimen.html, zuletzt geprüft am 04.04.2010.
  24. So kann laut Halm Medienberichterstattung beispielsweise Auslöser für politische Handlungen werden (2008: 71). Ebenso kann sich die Stellung der islamischen Verbände in der Islamkonferenz relativieren, wenn mehr einzelne muslimische Sprecher eingeladen werden (ebd.: 74).
  25. vgl. Halm 2008: 114
  26. So wies der „Tag der offenen Moschee“ nach dem 11. September 2001 stark erhöhte Besucherzahlen auf, ebenso stieg der Absatz vom Koran und von Büchern zum Thema Islam (Seidel 2003: 266).
  27. Caldwell (2009) spricht sogar vom Islam als wichtigster Religion in Europa, da ihr die meiste mediale Aufmerksamkeit gewidmet wird.

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