Buchauszug: Kritische Islamanalyse zwischen öffentlicher Diskursverwirrung und apologetischer Diffamierungsoffensive

13. Oktober 2010 1

Bereits vor einigen Tagen veröffentlichte Citizen Times einen Auszug aus dem gerade erschienenen Buch Feindbild Islamkritik 1 zum Thema Islamophobie-Studien. Heute folgt ein weiterer von Hartmut Krauss unter dem Titel Kritische Islamanalyse zwischen öffentlicher Diskursverwirrung und apologetischer Diffamierungsoffensive. Eine grundsätzliche Stellungnahme jenseits fremdenfeindlicher Problemausbeutung und reaktionärer Islamophilie (S. 39 – 100, hier S. 78 – 89.). Der Herausgeber des Sammelbandes setzt sich darin mit den Merkmalen der Islamaoplogetik auseinander und zeigt auf, warum der Vergleich zwischen Antisemitismus und Islamkritik – selbst wenn man sie als Islamophobie diffamieren würde – unsinnig ist: 2

IV. Kernmerkmale der Islamapologetik

Islamapologetik ( … ) zielt im Kontext der behandelten Grundmuster der Diskursverwirrung primär darauf ab, den Islam als Gegenstand kritischer Analyse und Reflexion zu entsorgen und nur noch als Objekt der Affirmation und Beschönigung (reine Religion; exotisierte Orientkultur) zuzulassen. Dabei wird die Existenz des orthodoxen Mehrheitsislam, der im Zentrum der kritischen Konstitutionsanalyse steht, schlicht geleugnet und so getan, als seien nur die weitgehend marginalen und singulären reformislamischen Ansätze von Belang. Wer dieses vorurteilsgebundene Denkschema – Ausblendung des orthodoxen Mehrheitsislam und verzerrende Fixierung auf den eigentümlich nebulös bleibenden „Reformislam“ – verletzt, dem werden in neoinquisitorischer Manier die Instrumente gezeigt: Rassismusvorwurf; Islamophobieverdacht; Verhetzung als „Fremdenfeind“ etc.
Demgegenüber bezieht sich die kritische Analyse der islamischen Herrschaftskultur auf die Vermittlung folgender Ebenen:

A. Islamisches Bedeutungssystem (Grundlegende Aussagen/Behauptungen, Werturteile, Normen/Handlungsaufforderungen und Festlegungen des Korans, der Hadithsammlung, der Scharia etc. Dazu gehört auch zentral die modellsetzende Praxis, wie sie in der Mohammedlegende überliefert ist). Im Einzelnen sind hier anzuführen:

  1. Der globale Herrschaftsanspruch des Islam bzw. der Rechtgläubigen
  2. Die systematische Ungleichheitsstellung und Unterdrückung Anders- und Ungläubiger (christliche und jüdische Schriftbesitzer, Polytheisten, Atheisten, Agnostiker etc.)
  3. Die patriarchalische Ungleichstellung und Unterdrückung der Frauen
  4. Die massive Bestrafung von Apostaten (Glaubensabtrünnigen)
  5. Die Verfolgung und Unterdrückung von Homosexuellen
  6. Die normative Prägung des Individuums als ‚Gottesknecht’
  7. Die Ausrichtung auf eine absolutistisch-theokratische Gesellschaftsordnung
  8. Die Durchsetzung des islamischen Herrschaftsanspruchs unter Einschluss von Missionierungs- und Gewaltmitteln als Gebot (Djihad-Prinzip).

B. Gesellschaftliche Umsetzung und Institutionalisierung des islamischen Bedeutungssystems bzw. seiner grundlegenden Inhalte als vorherrschende Grundprinzipien des Staates, des Rechtssystems, der Sozialisationsinstanzen (Familie, Koranschule, Bildungssystem), der Medien etc. und des Alltagslebens.

C. Übersetzung der gesellschaftlich vermittelten und vorherrschenden islamischen Bedeutungen in subjektive Praxen (Praxis als Verknüpfung von Bewusstseins- und Handlungsebene) und

D. Empirische Erscheinungsoberfläche der Gesamtpraxis der islamischen Herrschaftskultur.

Es ist hier nicht der Ort, die Vermittlung der genannten Ebenen anhand von historischem und aktualempirischem Material en detail nachzuweisen. 3 Hier geht es lediglich darum, die begrifflich-methodische Perspektive einer kritisch-wissenschaftlichen Analyse der islamischen Herrschaftskultur zu umreißen, die sich sowohl von rechtspopulistischer Anti-Islam-Propaganda als auch von islamophiler Apologetik/Gegenstandsverschleierung grundlegend unterscheidet.

Allerdings lassen sich als Resultat einer historischen und aktualempirischen Gesamtbetrachtung der islamischen Herrschaftskultur folgende Grundeinsichten festhalten:

  1. Der Islam erweist sich als ein zwar nichtmonolithisches, d. h. konfessionell und regional modifiziertes, aber orthodox-konservativ dominiertes Bedeutungssystem, dass als Formierungs- und Legitimationsgrundlage einer vormodern-absolutistischen Herrschaftsordnung fungiert.
  2. Der dominierende orthodox-konservative Mehrheitsislam ist weder mit dem „modernen“ Islamismus deckungsgleich noch bilden beide Varianten ein sich wechselseitig ausschließendes Gegensatzpaar. Tatsächlich besteht zwischen beiden ein Anknüpfungs- und Entwicklungsverhältnis dahingehend, dass der Islamismus – als ideologisch-praktische Reaktion auf die Herausforderungen der westlichen Moderne – mit einer selektiven Radikalisierung sowohl des überlieferten islamischen Bedeutungsmaterials als auch mit einer handlungsstrategischen Innovation im Kampf gegen die westliche Kultur der Ungläubigen reagiert. 4
  3. Radikalislamische (ultraorthodoxe und militant-islamistische) Kräfte, die als Akteure einer regressiven Widerspruchs- und Krisenverarbeitung auftreten, befinden sich angesichts des Fehlens alternativer kulturinterner Bedeutungsressourcen in einer Phase des Aufschwungs und der Einflusserweiterung innerhalb der islamischen Herrschaftssphäre. 5
  4. Die islamische Herrschaftskultur ist im Zuge der Globalisierung nicht einfach nur Objekt westlich-kapitalistischer Einwirkungen, sondern gleichfalls auch Subjekt einer multidimensionalen Rückwirkungsstrategie. Vor diesem Hintergrund findet nicht nur eine Konfrontation zwischen westlich-säkularer und islamischer Lebensweise statt, sondern zugleich auch eine ökonomische und politische Verflechtung zwischen westlichen und islamischen Herrschaftsträgern. Diese interkulturelle Herrschaftskooperation bildet die eigentliche Grundlage der politisch und medial gestützten Hetzkampagne gegen Islamkritik.

Die Leugnung der Existenz eines orthodoxen Mehrheitsislam, der bewusstseins- und verhaltensstrukturell bestimmend ist, alltagskulturell und sozialisatorisch dominiert und eine große Anhängerschaft mit zahlreichen Organisationen und Verbänden aufweist, gehört zum Grundinventar der Islamapologetik. In wissenschaftlich unhaltbarer Manier wird der Versuch unternommen, die vorherrschenden islamisch-normativen Regulierungsweisen und Lebensformen in islamischen Kernländern wie Saudi-Arabien, dem Iran oder Ägypten ebenso zu entwichtigen wie die traditionsislamischen Bewusstseins- und Verhaltensmuster türkisch-muslimischer Zuwanderer im Nebel ökonomistischer Zuschreibungen aufzulösen und deren Integrationsdefizite ausschließlich auf „soziale Faktoren“ zurückzuführen. 6 Angesichts der realen Kräfte- und Größenverhältnisse zwischen orthodoxen (streng gläubigen) und sog. (interessanterweise nirgendwo näher bestimmten) liberalen Muslimen 7 ist es töricht, mit Verweis auf die Existenz von Letzteren die Kritik am orthodoxen Mainstream-Islam aushebeln zu wollen. Die Aufgabe der „liberalen Muslime“ wäre es, sich nachvollziehbar kritisch vom orthodoxen Lager inhaltlich und organisatorisch abzugrenzen und damit auch die eigene quantitative Relevanz sichtbar zu machen. Nur auf diese Weise könnte auch eine endogene Fortschrittsdynamik in den orthodox dominierten islamischen Herrschaftsbereich hineingetragen werden. Solange aber keine klaren Beweise und autorisierte Beschlusslagen dafür vorliegen, dass der orthodoxe Mehrheitsislam im Sinne der Menschenrechte umfassend und grundlegend revidiert wurde, ist es wissenschaftlich unhaltbar sowie politisch und rechtlich naiv und verfehlt, den Islam unversehens als „Religion“ im Sinne des Grundgesetzes zu klassifizieren, welche die Lektion von Aufklärung und Säkularisierung angeblich verstanden und akzeptiert hat.

Die Semantik der Leugnung eines einflussreichen orthodoxen Mehrheits-Islam, der berechtigterweise im Zentrum der kritischen Betrachtung steht, verhindert jedenfalls bereits im Ansatz eine echte Versachlichung der Debatte. Auch der Verweis auf subjektive Variationen von Muslimen (Humorlose und Humorvolle etc.) 8 ändert ja nichts an der Notwenigkeit und Legitimität einer kritischen Analyse der objektiven Grundlagen und Inhalte des Islam. Es soll auch unterschiedliche Stalinisten gegeben haben. Manche sollen viel gelacht, andere wenig Humor gehabt haben etc. Sollte man deshalb die Kritik am Stalinismus unterlassen? Auch unter den Nazis gab es Sadisten, glühende Fanatiker und einfache Mitläufer. Sollte man deshalb die Kritik am Faschismus fallenlassen? Auch hier liegt einmal mehr eine verquere Verwechselung der Bezugsebenen Islam/Muslime vor.

Des Weiteren lassen sich folgende Grundmuster der Islamapologetik erkennen:

1. Verkehrung ins Gegenteil/Haltet-den-Dieb-Methode

Ja, es stimmt. In islamkritischen Internetforen tummeln sich zum Teil verbale Radaubrüder und rhetorische Hooligans mit einem inakzeptablen rechten und fremdenfeindlichen Weltbild. In der kritischen Bewertung dieser Äußerungen von rechten Trittbrettfahrern ist Schneiders und Co. durchaus zuzustimmen. Allerdings ist auch Folgendes zu berücksichtigen:

  1. Solche inakzeptablen Verbalrandalierer finden sich auch auf islamophilen und islamapologetischen Internetseiten. Das stalinistische Internetportal Indymedia, auf das sich zum Beispiel die ZfA-Autorin Königseder in einem Aufsatz völlig quellenunkritisch bezog, feierte öffentlich gefälschte Beweise für angeblich nazistisch unterwanderte Demonstrationen gegen einen Moscheebau in Berlin und liest sich streckenweise wie ein Handbuch für Psychoterror gegen vermeintliche „Rassisten“. 9
  2. Im Grunde ist zum Beispiel PI (Politically Incorrect) das dialektisch folgerichtige Ergebnis einer postdemokratisch deformierten Öffentlichkeit mit ihrer gleichgeschalteten medialen Tabupolitik, in der die alltäglich-lebensweltlichen Erfahrungen von zahlreichen Menschen „ohne Migrationshintergrund“ systematisch desartikuliert oder vorschnell verleumdet und ausgegrenzt werden. Infolgedessen entsteht dann „gesetzmäßig“ ein Wutstau, der primär auf die Verantwortlichen dieser postdemokratischen Tabupolitik zurückfällt.
  3. Als unwissenschaftlich ist auch die Methode zu qualifizieren, die Anlässe und Reaktionsauslöser für antimuslimische Ausfälle einfach auszublenden bzw. unter den Teppich zu kehren und diese Reaktionen dann -isoliert vom Realitätsgehalt ihrer auslösenden Vorgabe – aufgeblasen zu skandalisieren. Keine angemessene Berücksichtigung finden auch die mittlerweile zahlreichen muslimischen Mord- und Gewaltaufrufe gegen Islamkritiker, u. a. auch gegen die von den Autoren inkriminierten Ralph Giordano, Mina Ahadi und Seyran Ates. Die Islamapologeten inszenieren notorisch Muslime einseitig-schönfärberisch ausschließlich als Opfer, und nicht auch, wie vielfach tatsächlich zutreffend, als Täter. Oftmals sind es Aussagen von muslimischen Hasspredigern, wie die folgende, auf die im Diskussionsteil der kritisierten Foren dann zum Teil überhart erwidert wird:

    So wird zum Beispiel von dem muslimischen Blogger Abu as Zubair den nichtmuslimischen Ungläubigen prophezeit, es sei nicht mehr weit, „bis die Geschichte euch einholt und ihr wieder in Bunkern sitzend wie Ratten euer Fressen sucht. Dann ist es vorbei mit eurer dreckigen Demokratie, die ihr euch zum Gott genommen habt. (…) Denn diesmal ist es kein feiges Volk, dem ihr den Kampf angesagt habt. Diesmal sind es die Söhne von Aisha, der Mutter der Gläubigen, deren Tugend Allah selbst im Quran bezeugt.“

Nicht irgendeinem anonymen Beteiligten des virtuellen Mobs islamischer Provenienz, sondern dem türkischen Generalkonsul Hakan Kivanc wurden laut eidesstattlichen Versicherungen folgende Aussagen zugeschrieben:

„Die Deutschen, würden, wenn sie es könnten, allen aus der Türkei ein „T“ tätowieren und ihnen das gleiche antun, was sie während der Nazidiktatur den Juden angetan haben. Den Deutschen sollten wir nicht vertrauen.“

„Die Türkei sei die einzige Schutzmacht, die alle Türken in Deutschland schützen würde. Wenn man den Deutschen die Pulsadern aufschneiden würde, würde bei ihnen braunes Blut fliessen.“ 10

Die sich im Visier der Strafverfolgungsbehörden und des Verfassungsschutzes befindende islamistische Organisation Milli Görüs (Nationale Sicht) propagiert teils offen, teils verdeckt ein durch und durch kulturrassistisches Feindbild gegenüber der deutschen Aufnahmegesellschaft, das den hiesigen Kräften der westlichen ‚Ungläubigen‘ die gezielte Hervorbringung einer Jugend andichtet, die u. a.

„kein Interesse zeigt an nationalen und moralischen Werten …, die auf die Unwahrheit schwören kann, die Hilfeleistung behindert, die arrogant, unzuverlässig, treulos ist, die doppelgesichtig und undankbar ist, die ihre Zeit mit Nichtstun verbringt, die hoffungslos, faul und inaktiv ist, die sich freut, andere zu unterdrücken, die sich für Falschheit einsetzt, obwohl sie die Wahrheit kennt, die geschichts- und ehrelos ist“ 11

Das ZDF-Magazin Frontal 21 zitierte am 9.11.2004 in einem Beitrag über muslimische Gegenwelten in Deutschland aus einer Freitagspredigt in der Berliner Mevlana-Moschee, der größten Milli Görüs zuzurechnenden Moschee in Berlin. Darin hieß es:

„Es gibt Deutsche, die auch gut sind. Aber sie sind und bleiben doch Atheisten. Wozu nutzen sie also? Haben wir jemals einen Nutzen von ihnen gehabt? Auf der ganzen Welt noch nicht. Weil Gott mit ihnen Mitleid hatte, gab er ihnen Freuden im Diesseits. Aber im Jenseits kann der Deutsche wegen seiner Ungläubigkeit nur das Höllenfeuer erwarten.“

Und weiter sagte der Hodscha in dieser gut besuchten Predigt mitten in Berlin:

„Diese Deutschen, diese Atheisten, rasieren sich nicht unter den Armen. Ihr Schweiß verbreitet einen üblen Geruch und sie stinken. Sie benutzen daher Parfum und haben deshalb eine ganze Parfumindustrie aufgebaut.“ 12

Es gehört schon ein großes Maß an demagogischer Antriebslust dazu, Reaktionen hierauf oder auf die Zurschaustellung von Enthauptungsszenen auf islamistischen Internetseiten unversehens als „rassistisch“ oder „islamophob“ zu klassifizieren. Salopp gesagt: Wer das Basisfoul und seine Urheber total ausblendet, verwirkt sachlich und moralisch auch den Anspruch, sich über das Revanchefoul zu echauffieren. Auch damit begibt sich die Islamapologetik auf den Pfad der unwissenschaftlichen Einseitigkeit und reaktionären Unredlichkeit, wenn nicht gar der Kumpanei mit ultrareaktionären islamischen Kräften.

Hervorhebenswert ist in diesem Zusammenhang auch, wie die Vertreter und Anhänger der Islamapologetik das „Einbringen von ‚Panikargumentationen’ in die politische Debatte“ ausschließlich auf Seiten der rechtsorientierten Islamkritik verorten, 13 während sie die „Hyperpanikmache“ auf Seiten des orthodox-islamischen und islamistischen Rechtsextremismus komplett außer Acht lassen. Zu erinnern ist hier exemplarisch an die folgenden Begebenheiten:

  1. An die Propagandareise dänischer Islamisten, die im Vorfeld der muslimischen Ausschreitungen anlässlich der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in der dänischen Tageszeitung Jyllands-Posten mit gefälschten Dokumenten die Stimmung anheizten. Laut Wikipedia sind im Rahmen der islamisch motivierten Ausschreitungen in Zusammenhang mit dem Karikaturenstreit bis zum 22. Februar 2006 139 Menschen getötet und 823 verletzt worden. 14
  2. An die unerträgliche antideutsche Hetzkampagne türkischer Medien anlässlich der Ludwigshafener Brandkatastrophe, bei der im Februar 2008 neun türkischstämmige Bewohner ums Leben kamen.
  3. An die ebenso unerträgliche Hetzkampagne, wie sie anlässlich der verabscheuungswürdigen Ermordung der Ägypterin Marwa Sherbini im Dresdener Landgericht durch einen Zuwanderer aus Russland von islamischen Medien und allen möglichen Protagonisten der islamischen Herrschaftskultur entfacht wurde. Lesen Sie auf der nächsten Seite über die Unsinnigkeit des Vergleiches zwischen Islamkritik bzw. Islamophobie und Antisemitismus…

    Notes:

    1. Hartmut Krauss (Hg.): Feindbild Islamkritik. Wenn die Grenzen zur Verzerrung und Diffamierung überschritten werden. Osnabrück: Hintergrund Verlag 2010. Kaufen bei Amazon.
    2. Eine Rezension zum Buch finden Sie bei BuchTest.
    3. Vgl. hierzu Krauss (2008): Islam, Islamismus, muslimische Gegengesellschaft. Eine kritische Bestandsaufnahme. Osnabrück: Hintergrund Verlag.
    4. Vgl. ebd. sowie ebd. (2007): Islamismus als religiöser Totalitarismus. In: Aufklärung und Kritik. Sonderheft 13/2007. Schwerpunkt: Islamismus, S. 199-231, ebd. (2003): Faschismus und Fundamentalismus. Varianten totalitärer Bewegung im Spannungsfeld zwischen ‚prämoderner‘ Herrschaftskultur und kapitalistischer ‚Moderne‘. Osnabrück: Hintergrund Verlag.
    5. Eine Ausnahme bildet hier die Oppositionsbewegung im Iran. Vgl. Krauss (2009): Rebellion im Gotteszuchthaus. In: Hintergrund. Zeitschrift für kritische Gesellschaftstheorie und Politik, 22/2009. Osnabrück, S. 3-6.
    6. Vgl. hierzu den Beitrag von Hartmut Krauss und Karin Vogelpohl im vorliegenden Band.8 Vgl. hierzu den Beitrag von Hartmut Krauss und Karin Vogelpohl im vorliegenden Band „Feindbild Islamkritik“.
    7. Es besteht der begründete Verdacht, dass für die Konstruktion der „liberalen Muslime“ insbesondere auch jene 14 % Pate stehen bzw. vereinnahmt werden, die als Einwanderer aus islamischen Staaten angeben, „eher nicht gläubig“ oder „gar nicht gläubig“ zu sein. Diese Gruppe gehört ohnehin nicht zum Gegenstandsbereich kritisch-wissenschaftlicher Islamanalyse.
    8. Vgl. Bielefeldt (2009): Das Islambild in Deutschland. Zum öffentlichen Umgang mit der Angst vor dem Islam. IN: Schneiders (Hg.): Islamfeindlichkeit. Wenn die Grenzen der Kritik verschwimmen. Wiesbaden: VS Verlag, S. 177.
    9. Als „Rassist“ würde dort jemand gelten, der zum Beispiel wie dieser Diskutant aus dem Ruhrgebiet berichtet: „Ich war vor mehreren Jahren in meiner damaligen Funktion als Kreisvorsitzender der PDS mit dem jetzigen Mitglied des Kreistages, N.N. für die Linkspartei, zu einem Gespräch von zwei türkischen Mitbürgern über die zukünftige Einrichtung bzw. Gestaltung eines Ausländerbeirates auf Kreisebene gebeten worden. Nicht nur, dass die beiden Herren mehrfach in unserer Gegenwart ins Türkische wechselten, sondern dem Jüngeren der beiden Herren rutschte zum Schluss des Gesprächs der Satz raus, dass sie ja in 30 Jahren geburtenbedingt die Mehrheit stellen würden und sie somit dann das Sagen hätten. Der ältere Kollege versuchte ihn zwar noch eiligst zu unterbrechen, aber es war zu spät. Soviel zum Thema Integrationswillen, und ich meine hier ausdrücklich und vor allem Mitbürger mit türkischen Hintergrund, nach über 40 Jahren.“
    10. Quelle: http://www.kristinaschroeder.de/presse/mitteilungen/2009/uhl-koehler-auswaertiges-amt-m/
    11. Luft (2002): Mechanismen, Manipulation, Missbrauch. Ausländerpolitik und Ausländerintegration in Deutschland. Köln, S.139. Von Vertretern der apologetischen ‚Islam-Lobby‘ wird diese kulturrassistische ‚Vereigenschaftung‘ der deutschen Aufnahmegesellschaft als „Differenz zur Mehrheitsgesellschaft“ schöngeredet. Mit 27.500 Mitgliedern ist die Milli Görüs annährend viermal so stark wie die NPD mit 7000 Mitgliedern.
    12. Dass solche Ausfälle keine „Einzelfälle“ sind, lässt sich schon anhand des Tatbestandes ablesen, dass Frankreich (wo offenkundig eine größere kritische Wachsamkeit an den Tag gelegt wird als in Deutschland) seit 2001 insgesamt 129 radikale Islamisten ausgewiesen wurden, unter ihnen 29 Imame und Prediger. Vgl. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 9. Januar 2010, S. 6.
    13. Als Beispiel für eine solche „Panikargumentation“ werden die kritischen und zum Teil überinterpretierenden Reaktionen auf das ‚kulturalistische’ Skandalurteil einer Frankfurter Familienrichterin angeführt, die einer Tunesierin die Scheidung mit Hinweis auf das koranische Züchtigungsrecht des Ehemannes verweigerte.
    14. Allein in dieser kurzen Zeit verzeichneten damit nur diese islamischen Ausschreitungen mehr Todesopfer und Verletzte als die – zweifelsfrei schrecklichen – Gewalttaten deutscher Fremdenfeinde in den letzten zehn Jahren.
    15. Vgl. hierzu auch die im Internet veröffentlichte Stellungnahme unter
      http://www.hintergrund-verlag.de/texte-islam-warnung-vor-perfider-hetzkampagne-gegen-menschenrechtliche-islamkritik.html

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One Comment »

  1. Matthias 4. November 2010 at 00:28 - Reply

    >>Wer das Basisfoul und seine Urheber total ausblendet, verwirkt sachlich und moralisch auch den Anspruch, sich über das Revanchefoul zu echauffieren.<<

    Tja so ist das eben.

    Revanchefouls werden viel härter bestraft.
    Aus gutem Grund. Grobe Unsportlichkeit.

    In diesem Sinne.

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