Freiheit, Gott und die Angst

6. Oktober 2010 1

Ein Essay von Mica Frei

Angst

Deutschland ist bewegt wie selten in der jüngeren Geschichte. Eine Debatte über Grundrechte, Freiheit und das Miteinander in unserer Gesellschaft und Kultur ist entbrannt. Thilo Sarrazin hat mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ einen Diskurs ausgelöst, den einige lieber vermieden, andere wiederum gern früher geführt hätten. Zwanzig Jahre nach dem Ende des kalten Krieges und dem Fall der Berliner Mauer hat sich die Welt sehr verändert. Eine neue Angst geht um in Europa. Der ausgemachte neue Feind der selbst ernannten freiheitlichen westlichen Welt ist nicht mehr der Kommunismus. Dieser Feind trägt heute den Namen globaler Terror, Taliban, Mullahregimes und zunehmend einfach Islam. Und er habe, so heißt es, nur ein Ziel – unsere westliche Kultur zu unterwandern und schlussendlich zu zerstören.

So oder etwas differenzierter lautet das Glaubensbekenntnis oder der Grundmythos der westlichen Staaten, seit den Anschlägen des 11. September 2001. Dieser Mythos erzeugt Angst. Wer erinnert sich nicht an die erschreckenden Bilder der einstürzenden Türme des WTC? Seit dem befindet sich der Westen, vor allem die USA aber auch Westeuropa im Krieg. Im Krieg gegen den Terror. Einen überaus schemenhaften und asymmetrischen Feind. In Afghanistan, gegen Irak und zukünftig, so steht zu befürchten, auch gegen Iran. Die aktuellen Kräfteverschiebungen im US Congress aber auch die immer lauter werdenden Machtbekundungen aus Teheran lassen nichts Gutes vermuten. Ein Grund, auch ein noch so konstruierter wird schon gefunden werden. Außenminister Colin Powells manipulative Argumentationen zur Kriegserklärung gegen Irak vor der UNO, die sich später als falsch erwiesen, beweisen das. Andererseits hat kaum jemand offiziell die realen Kosten eines seit neun Jahren andauernden Bündniskrieges in Afghanistan reklamiert. Obwohl dieser Krieg genauso wie der im Irak vor allem eines ist; verloren und ein Ausverkauf unserer Werte obendrein.

Zu Hause in Deutschland wächst die Angst vor Überfremdung. Man sieht genauer hin. Es spricht sich herum, sogar unter den Konservativen, dass möglicherweise der Islam selbst ein echtes Problem ist. Insbesondere in Kombination mit wenig Bildung und wenig Perspektive. Man erkennt die zunehmende Gefahr aus der demografischen Entwicklung. Plötzlich werden Stimmen laut, die Tabus brechen. Wie die von Thilo Sarrazin. Und es gibt reflexartige Abwehrreaktionen der politischen Führung, die vor allem deutlich machen, dass keiner so genau weiß was eigentlich gerade angemessen ist. Besonders aus dem Lagern von rot und grün kommen weiterhin politisch korrekte Parolen, die dem Bürger auf der Straße eine Welt vorschreiben, die er zunehmend weniger in der Realität finden kann.

In diesem explosiven Gemisch aus US Kriegspropaganda der Bush-Ära und deren Folgen, sowie dem Bedrohungsmythos aus eben jener Zeit einerseits – und gewachsenen realen Parallelgesellschaften muslimischer Prägung mit realen extremistischen Tendenzen im Islam, die da leider keine Ächtung sondern eher Bewunderung erfahren, andererseits, befinden wir uns heute in Deutschland und Europa.

Die Angstmache und Stigmatisierung des letzten Jahrzehnts kommt nun zusammen mit der Wahrnehmung realer Fehlentwicklungen und Gewaltpotentiale. Und als ob das noch nicht reichte, sehen wir uns noch immer der größten Finanz- und Wirtschaftskrise der Welt seit fast einhundert Jahren gegenüber. Zusätzlich ist das Projekt Europäische Union wegen galoppierender Globalisierung und divergierender nationaler Interessen vorerst auf Eis gelegt. Das wenige Verbindende ist fast nur noch die Abnahme der Bereitschaft, die Schulden von Ländern wie Griechenland zu übernehmen und der Wunsch, an China zu verdienen. Und das zu einer Zeit, wo die Welt, vor allem aber die europäischen Länder ein starkes Europa brauchen. So sucht man eine gemeinsame Außen und Sicherheitspolitik Europas weiterhin vergebens. Wer da nicht wenigstens ein bisschen Angst bekommt, hat wirklich starke Nerven.

Das Beste an der Situation ist wohl, das sie uns förmlich dazu zwingt uns über einiges klar zu werden. Und dazu gehören unsere Ängste ebenso wie unsere Überzeugungen und Werte.

Denn wenn wir von Freiheit und Menschenrechten reden, die wir am Hindukush und auch sonst überall „verteidigen“- was genau verteidigen wir da? Und gegen wen? Ist das, was wir Freiheit nennen in Gefahr? Auch hierzulande? Und wenn ja wodurch? Versinkt das Abendland in einem blutigen „Clash of Civilizations“? Es gilt plausible und differenzierte Antworten auf diese Fragen zu finden, will man eine Sündenbockdebatte vermeiden, die nur Angst, Wahn und Zerstörung als Ergebnis haben kann! Und man darf nie die Möglichkeit aus den Augen verlieren, dass ein Problem ein anderes verdeckt.

Gott

Die Frage zu wie viel Freiheit der Mensch in der Lage sei, ist schon immer der Tummelplatz für Manipulationen jeder Art gewesen. Die großen Religionen geben darauf Antwort in Form von Verboten oder Geboten. Mit Ausnahme des Buddhismus gibt es seitens der Religionen kaum Ermunterungen zur totalen Freiheit. Stellt doch für die Gläubigen dieser Welt gerade das von Gott gegebene Verbot eine Möglichkeit dar, mit dem Unbegreiflichen zu kommunizieren. In dem man sich an die Regeln hält – oder eben nicht. Grundlegend für diese Art der Weltwahrnehmung ist das Vertrauen auf und das Entlanghangeln an Regeln. Diese Regeln definieren die Weltsicht der Gläubigen, eröffnen Spielräume und setzen Grenzen. Aber da sie sich auch oft der praktischen Vernunft entziehen, eben weil sie Gottes Wort sind, fordern sie zu missionarischem Handeln heraus. Dem liegt das unbewusste Motiv zugrunde, den eigenen Glauben durch andere bestätigt zu sehen. Was sich oft hinter dem Wunsch verbirgt, ein vermeintlich gutes Gefühl mit anderen teilen zu wollen…. ob die wollen oder nicht.

Ein sehr ähnliches Verhalten kann man übrigens bei all jenen erkennen, die die Welt zwangsdemokratisieren wollen. Es gibt nun mal keine Demokratie gegen den Willen einer Bevölkerung. Und überhaupt warum interessieren den Westen eigentlich nicht alle Länder mit Menschenrechtsverstößen? Warum nur ausgerechnet die mit Ölvorkommen oder sonstigen Ressourcen? Geht es unter dem Deckmantel des Kampfes für Freiheit und Demokratie nicht um ganz andere Dinge? Wurde da nicht längst der Kapitalismus zum Gott, das Profitstreben zum heiligen Geist und der Globale Markt zu Gottes Sohn? Und klingen da nicht Worte wie Kampf für Freiheit und Demokratie eher nach Bekenntnisfloskeln eben jener Religion als nach Transfergütern einer humanistischen Kultur?

Die beschriebene Form von gottgegebener Freiheit durch Gebote wurde im Europa der Voraufklärung und Aufklärung überwunden. Sie, ebenso wie die von Gott gegebene Wahrheit, die in den Kirchen verkündet wurde, war zu eng geworden. Zu eng für die Erkenntnisse der Physik. Zu eng für die realen Bedürfnisse eines aufstrebenden Bürgertums. Man brauchte Licht, man brauchte Luft, man wollte als Mensch anerkannt werden, auch jenseits von adliger Geburt oder klerikalem Status. Das war der Anfang der freiheitlich bürgerlichen Kulturen, die wir heute bedroht sehen. Eingeleitet durch die Unabhängigkeitserklärung der USA 1776 und die Erklärung der Menschen und Bürgerrechte zu Beginn der französischen Revolution 1789 erlebte das Abendland einen ungeheuren Ruck im Bewusstsein der dort lebenden Menschen. Man erkannte zum ersten mal mehrheitlich den Wert eines freien und selbst bestimmten Lebens. Mit oder ohne Gott.

Freiheit

Was Freiheit für uns bedeutet hängt sehr davon ab, welche Wertvorstellungen wir durch Erziehung und unsere persönliche Entwicklung verinnerlicht haben und was wir wissen. Über diese subjektive Ebene hinaus gilt es in Betracht zu ziehen, das es möglicherweise nicht relativierbare Wertvorstellungen, Wahrheiten oder Menschenrechte gibt. Ausdrücke menschlicher Entwicklung die geschichtlich so hart erkämpft wurden, dass man sie nicht einfach aufgeben kann. Diese wären dann jenseits des Persönlichen nicht verhandelbare universelle Werte, die wir uns selbst aber auch allen anderen zu gestehen, die Basis und Grenze unserer Freiheit sind. Ebenso gilt es in Betracht zu ziehen, dass unterschiedliche Menschen und Kulturen unterschiedliches als universell auffassen, was die Angelegenheit erheblich verkompliziert.

Richard von Weizäcker sagte einmal, Freiheit sei die einzige Ressource, die sich verbraucht, wenn man sie nicht benutzt. Andere verstehen unter Freiheit einen nicht regulierten Markt. Manche meinen mit Freiheit sich völlig frei zu fühlen, etwa in den Bergen oder bei einem Fallschirmsprung. Wieder andere erleben in der Selbstbeschränkung eine tiefe Form von innerer Freiheit, weil sie so des ständigen Wählen-Müssens frei werden. Es gibt unterschiedlichste Perspektiven auf die Freiheit und aus ihr heraus.

Freiheit ist auch das Recht sich frei zu entscheiden. Als Grundlage einer eigenständigen Persönlichkeit. Die als Teil einer gleichberechtigten Gruppe von anderen Freien oder Mündigen das Substrat moderner demokratischer Staaten bilden. Die Bürger.

Fast immer ist Freiheit sehr positiv besetzt und drückt entweder die Freiheit von etwas oder die Freiheit für etwas aus. Diese Differenz der „Freiheit von“ und der „Freiheit für“ birgt einiges an Reibung, weil sie auf einen Prozess verweist, in welchem die eine Freiheit aus der anderen hervorgeht. Besonders viel Sprengkraft birgt aber die unterschiedliche Belegbarkeit der „Freiheit für“. Beim Fall der Mauer war die neu geschaffene Freiheit vom repressiven DDR Regime die verbindende Größe. Alle die diese friedliche Revolution feierten waren sich in diesem Punkt einig. Unstimmigkeiten kamen erst auf als diese „Freiheit von“ im weiteren Verlauf der Geschichte, in eine „Freiheit für“ weiterentwickelt werden musste. So war der erste Tag der Freiheit von der alten Unfreiheit zugleich auch der erste Tag in der Gefangenschaft einer neuen Freiheit, die definiert und gestaltet werden will.

Es sieht so aus als gäbe es keine Freiheit an sich. Freiheit ist wie ein Geschmack, der vollständig von seinen Zutaten abhängt. Und der Richtungen hat. Die des Überwindens oder die des Gestaltens. Aus dem einfachen Adjektiv frei ist eine der unbestimmtesten und vielbelegtesten Kategorien geworden die wir kennen. Freiheit.

Menschen mit unterschiedlichen Interessen werden Freiheit unterschiedlich gebrauchen. Tatsächlich ist dies der kritische Punkt, wenn wir davon reden oder hören, dass unsere liberale abendländische Kultur in Gefahr ist. Wird Freiheit gebraucht um Freiheit zu vernichten ist unsere Kultur im Kern bedroht. Genau darum dreht sich die aktuelle Debatte. Die Salafisten um Pierre Vogel beispielsweise bekennen sich klar zum muslimischen Staat wie zu Zeiten Mohammeds. Einer früh mittelalterlichen Kultur vor 1300 Jahren. Geprägt von barbarischen Riten und unmenschlichen Strafen bei geringsten Vergehen.


Es ist also exakt die Frage in welcher Kultur wir leben möchten und wie darüber ein tragfähiger Konsens erzielt werden kann. Eines scheint sicher. Einfache Vorgaben der politischen Kaste am Bürger vorbei werden nicht mehr ausreichen. Hier zeigt sich eine immer weiter klaffende Schere zwischen dem Volk und der Politik. Brecht würde sagen, dass man das Volk austauschen solle. Aber der Konsens unserer Kultur ist selbst in Europäischen Ländern nicht besonders breit. Er besteht im Kern aus dem bewussten Fürwerthalten unserer Grundrechte, wie sie in der allgemeinen Menschenrechtserklärung von 1948 formuliert wurden und ist zuallererst eine Bewusstseinsleistung.

Ist es verwunderlich, das Menschen unter dem strengen Einfluss gänzlich anderer Kulturen diesen Konsens nicht mittragen und Parallelgesellschaften bilden? Ist unter diesem Gesichtspunkt der Multikulti-Ansatz nicht pure Sozialromantik? Das Vermeiden-Wollen einer Leitkultur im eigenen Land ist nichts anderes als Verwirrung und ein performativer Widerspruch obendrein. Durch eine derart ignorante Oberflächlichkeit werden keine Parallelgesellschaften vermieden, sondern erzeugt.

Konsequenter Weise entlädt sich derzeit Angst und Hass vor allem an den sichtbar zur Schau getragenen Attributen dieser Parallelgesellschaften. Burkas verbreiten Angst und Kopftücher erfahren Ablehnung ebenso wie Moscheen, Minarette und Koranschulen. Nicht weil sie anders sind. Sondern weil sie Symbole einer Kultur sind, die sich offen zur Ablehnung des Westens bekennt. „Was wollen die dann hier?“, fragen sich viele. Natürlich gibt es für niemanden einen Zwang hier zu leben. Freizügikeit ist eben Teil einer freiheitlichen Kultur. Also muss es andere Gründe geben. Diese Gründe liegen auf der Hand.

Deutschland hat sich nach 1945 zu einem der hochentwickeltsten und demokratischsten Länder der Welt entwickelt. Unser deutsches Grundgesetz und die darin enthaltenen Grundrechte sind Aushängeschilder echter Menschlichkeit, auch als Ideal. Unser Staatswesen ist sozial, human und hier muss niemand verhungern. Viel von der Erklärung der Menschenrechte durch die UNO 1948 haben wir vorbildlich umgesetzt. Nach dem Ende des 2. WK war das Elend, was letztlich aus der Missachtung dieser Grundrechte entstand unübersehbar groß. Deswegen war auch eine breite Akzeptanz dieser Erklärung in der westlichen Welt gegeben. Damals wusste man genau was Menschlichkeit ist, vor allem aber, was sie nicht ist.

250 Jahre Aufklärung und industrieller Revolution, Kriege, Umstürze, Revolten und zwei verheerende Welt Kriege waren nötig, um diese Bewusstheit zu ermöglichen. In Deutschland ermöglichte erst die Freiheit vom Hitlerfaschismus die Freiheit für eine humanistische Kultur. Es war also sehr viel nötig um eine Kultur wie die unsere hervorzubringen. Ein Prozess kontinuierlicher Bewusstwerdung und Entwicklung seit den ersten Ideen zu Demokratie im alten Athen bis heute.

Die wesentliche Errungenschaft aber ist, dass es Menschen gibt, die diese Werte bewusst miteinander teilen. Sie sind der lebendige Garant für das Weiterbestehen unserer Kultur. Jedoch hat sich eine gewisse Selbstverständlichkeit im Umgang mit den Grundwerten unserer Kultur ausgebreitet. Gewöhnlich ist es schwierig den Wert von etwas zu erkennen was sehr grundlegend ist und sich natürlich an fühlt. So wird der Wert des Friedens erst im Krieg richtig deutlich oder der Wert von sauberer Luft erst, wenn man in eine der Megapolen dieser Erde reisen muss.

Diese Selbstverständlichkeit der Freiheit hat leider den Effekt, dass man ihren Wert nicht mehr richtig erkennt. Leichtfertigkeit im Umgang mit Freiheit muss zu deren Abnahme führen, da Freiheit vor allem eine Bewusstseinsqualität ist. Leider waren Menschen historisch immer wieder bereit, Freiheit zu Gunsten von Sicherheit aufzugeben oder schlimmer – aus Angst.

Es ist deshalb unerlässlich, die Ängste ebenso wie die Sicherheitsversprechen genau zu untersuchen um die Freiheit zu bewahren. In den meisten Fällen wurden sie gemacht, um die Freiheit der Menschen zu untergraben und sie zu braven Schafen einer gut führbaren Herde zu machen. Dabei wurden beide Mittel, die geschürte Angst und das zugehörige Sicherheitsversprechen immer zugleich verwendet um das Ziel, der Beeinflussbarkeit und Führbarkeit und den damit verbundenem Freiheitsverlust zu erreichen. Im Alltag der Straße nennt man so was Schutzgelderpressung, bei den Religionen heißt es Einladung in Paradiese bei Einhaltung der Regel, bei den militärischen Supermächten, vor allem den USA, heißt es Krieg gegen den Terror, Achse des Bösen, Schurkenstaaten.

Bei wenig differenzierenden Durchschnittsbürgern findet die Formel aus Angst, Sicherheitsversprechen und dem zugehörigen Verlust an Freiheit Ausdruck im erstarkenden Nationalismus, Phobien und deren abgeleiteten Hassparolen, aber auch in einer allgemeinen Politikverdrossenheit, die man schon als gesellschaftliche Verweigerung bezeichnen kann.

Nach welchem Maßstab soll man aber bewerten, ob eine Gesinnung noch in unserer Gesellschaft Platz hat? Was leicht erscheint, ist die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden. So ist zum Beispiel Nationalsozialismus als Staatsform in Deutschland Tabu. Wie aber vermeidet man die Fehler einer Zukunft, die man ja noch gar nicht kennt?

Einerseits muss man sich der Werte, die man bewahrt, bewusst sein. Zum anderen erkennt man an dem was heute gesagt und gedacht wird oft schon das was morgen geschieht. Was aber macht man, wenn man sich gar nicht versteht? Wenn unterschiedliche Sprachen und Sitten oder staatlich verordnetes Schweigen diese Überprüfung der Grundnormative verunmöglichen?

Kommunikation und Information sind der Schlüssel zur Bewahrung der Freiheit. Nur wenn die Möglichkeit der Freiheit in den Köpfen der Beteiligten als Blaupause angelegt ist kann sie auch gelebt werden. Ansonsten wird sie abnehmen wie der Mond. Deswegen ist freie Meinungsäußerung so wichtig. Deswegen ist diese abgehobene Art der politischen Elite in Deutschland, dieses politisch korrekte Vermeiden schwieriger Themen kein Schutz der Freiheit sondern deren Tod. Der ehrenwerte Wunsch, niemanden zu verletzen wird zur Bedrohung der Substanz. Das ist der Kardinalfehler der pluralistischen Weltsicht. Diese will alles in gleicher Weise legitimieren und stellt dabei diesen ihren Anspruch über alle anderen. Frei nach dem Motto alle sind gleich gut – nur wir sind die besten.

Diese Haltung durchzieht alle politischen Lager. Echte Integration braucht jedoch klare Regeln. Eine dieser Regeln ist, das man auch die Wurzeln der freiheitlichen Grundordnung schützen muss, nicht nur ihre Früchte. Also den zur Freiheit befähigten Menschen. Dieser Mensch weiß was Meinungsfreiheit ist und macht von ihr Gebrauch. Dieser Mensch erkennt die grundlegende Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau an. Dieser Mensch respektiert das Recht auf Bekenntnisfreiheit als Persönlichkeitsrecht eines jeden Menschen. Dieser Mensch ist in der Lage zu verstehen, dass es keine höheren Werte als die allgemeinen Menschenrechte gibt. Die Wurzel unserer Kultur sind freiheitlich, humanistische selbstbewusste Menschen. Wenn das im Widerspruch zu den Grundregeln z.B. des Islam steht, muss sich dieser entweder reformieren, oder er darf in unserem Land keinen Platz haben. Diese Entscheidung steht an und vor diese Wahl soll jeder gestellt werden der hier leben will.

One Comment »

  1. Wolfgang S. 7. Oktober 2010 at 14:36 - Reply

    Was Linke sagen müssten, wenn sie links wären:

    Die kultische Einübung von Unterwerfung (arabisch: Islam) als primärer Lebenshaltung kommt wirtschaftlichen Ausbeutungsinteressen und obrigkeitlichen Herrschaftsinteressen propädeutisch entgegen.

    Aber die Linken scheinen nicht mehr links zu sein, wenigstens nicht im Herzen. Vielmehr sind sie zu Schafen mutiert, die dem Herrn folgen, d.h. dem Herrn des sog. Deutschen (??) Instituts für Wirtschaftsforschung, Klaus Zimmermann, der 500000 zusätzliche ausländische Sklaven pro Jahr verbrauchen will.

    Will sagen: Auch die Hirte-Schafe-Mythologie kommt technokratischen Wirtschafts- und Herrschaftsinteressen propädeutisch entgegen.

    Also ziehen Henkerskreuzanbeterfunktionäre und Unterwerfungsbartanbeterfunktionäre an ein und demselben Integrationsstrick. Zu diesem Strick passt das Wort von Lenin, der gesagt hat, der Kapitalismus verkaufe in seiner Gier sogar den Strick, an dem man ihn aufhängen wird.

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