Beschämende Appeasement-Politik Europas

2. November 2007 0

Alexander Bschorr rezensiert Bat Ye‘or (2005): Eurabia. The Euro-Arab Axis

Die Islamisierung Europas schreitet voran, dies kann heute keiner mehr verleugnen. Zwei Faktoren tragen dazu maßgeblich bei: Erstens die gezielte politische Steuerung und Strategie seitens islamischer Organisationen, wie der Muslimbruderschaft. Zweitens die permanente Angst und Anpassung unserer Politiker und Wirtschaftsentscheider. Die Historikerin Gisèle Littman, besser bekannt unter ihrem Pseudonym Bat Ye’or, legte mit Eurabia eine Studie vor, die der Diskussion nicht nur ihren Namen gab, sondern auch als faktenreiche Grundlage dient. Dabei räumt sie vor allem mit falschen Begriffen vom „Dialog“ mit der islamischen Welt auf.

Klar und deutlich stellt die Autorin dar, wie die Vertreter der arabischen Welt innerhalb der letzten 30 Jahre die Stärkung des Islams in Europa und eine ablehnende Politik gegenüber Israel in den europäischen Staaten durchsetzten. Mittels der „Ölwaffe“ und dem vermeintlichen „Europäisch-Arabischen-Dialog“ beeinflussten Organisationen wie OPEC (Organisation ölfördernder Länder), Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) und Arabische Liga Politik und Wirtschaft. Anhand von Protokollen der zahlreichen Konferenzen zwischen Europäern und Arabern und den darauf folgenden Veränderungen europäischer Außen- und Innenpolitik wird deutlich, in welch beschämender Weise das kulturelle Erbe Europas mit all seinen kostbaren Werten und Freiheiten stark beschädigt wurde.

Einführend vermittelt Bat Ye’or dem Leser ein Basiswissen über den Islam selbst, sowie über die Methoden seiner Ausbreitung seit seiner Entstehung, was für das Verständnis der Geschehnisse seit dem 2. Weltkrieg in Europa und der arabischen Welt grundlegend ist. Es folgt im Zuge der ersten Ölkrise 1973 der sogenannte „Europäisch-Arabische-Dialog“ auf höchster politischer Ebene. Dieser „Dialog“ diente den Europäern vor allem für Wirtschafts- und Rohstoffgeschäfte. In der arabischen Welt ist aber Wirtschaft nie von Politik zu trennen, wie der saudische Öl-Minister bestätigt, sind sie „two sides of the same question“. Und so waren mit den Verträgen seitens der arabischen Staaten immer politische Forderungen verbunden, denen die Europäer mehr und mehr nachkamen. Die europäische Appeasement- und Anpassungs-Politik war in vollem Gange.

Eines der Hauptanliegen der arabischen Länder war die Verbreitung des Islams in Europa. Auf jedem Gipfeltreffen der OIC, der größten zwischenstaatlichen Organisation der islamischen Welt, wurde und wird von den Eliten ein „Platz an der Sonne“ für den Islam als den einzig wahren Glauben gefordert. Für dessen Verbreitung müssten alle zur Verfügung stehenden Mittel genutzt werden. Dies wurde vor allem im Zuge des „Dialogs“ umgesetzt. Die Deklarationen der Treffen zwischen Arabern und Europäern sind voll von Passagen, in denen von „unbedingtem Respekt der Menschenrechte“, „Toleranz“ und dem „Kulturellen Austausch“ verbunden mit der „Wertschätzung der Kulturellen Identität des Anderen“ die Rede ist.

Tatsächlich ist die Menschenrechtslage in fast allen der teilnehmenden islamischen Ländern nach wie vor katastrophal und den Treffen folgten so gut wie keinerlei Versuche dies zu ändern. Der kulturelle Austausch war komplett einseitig. Während Millionen von Einwanderern aus den arabischen Staaten nach Europa kamen und ihre Religionsausübung finanziell auch noch massiv unterstützt wurde, geschah auf anderer Seite wieder nichts. Christen müssen in fast allen islamischen Ländern in permanenter Angst leben, von der Lage der Juden ganz zu schweigen.

Unglaubliche Summen wurden im Zuge dieses „Dialogs“ ausgegeben, zum Teil terroristische Regime unterstützt. Allein von 1995 bis 1999 hatte das MEDA (Euro-Mediterranean Partnership Program) einen Haushalt von 4,67 Milliarden US-Dollar, von 2000 bis 2006 waren es sogar 6,5 Milliarden Dollar. Von diesem Geld europäischer Steuerzahler flossen ca. 90 Prozent nach Algerien, Ägypten, Jordanien, Libanon, Marokko, Syrien, Türkei, Tunesien sowie an die Palästinensische Autonomiebehörde.

Ein anderes Anliegen der Muslime war die Übernahme der arabischen Positionen gegenüber Israel, was bekanntlich der Auslöser der ersten Ölkrise war. Die Europäer kamen dem mehr und mehr nach, der Ton gegenüber Israel wurde sofort verschärft und die UN-Resolution 242 plötzlich anders interpretiert. Dieses Verhalten gipfelte in der massiven finanziellen Unterstützung der damals noch extrem radikalen PLO, und dem Anerkennen derselben als ebenbürtigem politischen Verhandlungspartner. Die Massaker, die die PLO an Christen im Libanon verrichtete, z.B. am 22. Januar 1976 ermordete 582 Christen in der Stadt Damur, wurden schlicht ignoriert.

Bemerkenswert und ironisch bleibt, dass Amerika während der ersten Ölkrise den Europäern angeboten hatte, sie für die Zeit des Embargos vorübergehend mit Öl zu versorgen. Die arabischen Staaten waren damals höchstgradig von den weltlichen Staaten abhängig und wären ohne jeglichen Waren- und Dienstleistungsaustausch sehr schell kollabiert.

In Anbetracht der Brisanz und Bedeutung des Themas ist es nur erschreckend, dass dieses Buch in deutscher Sprache nicht zu erhalten ist. Der Leser muss sich mit der englischen oder französischen Fassung begnügen. Bat Ye’ors Schreibstil ist der einer umfassenden Studie, die von zahlreichen Dokumenten belegt wird. Dies ermöglicht es dem Leser sehr gut, auch über das Buch hinaus in das Thema einzusteigen.

Bat Ye‘or (2005): Eurabia. The Euro-Arab Axis. Fairleigh Dickinson Univ Press, 384 Seiten, 14,41 bis 48,14 Euro. Kaufen bei Amazon.

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